Wenn die Sehnsucht nach Entspannung am größten ist und der Eames Lounge Chair mit offenen Armlehnen wartet, ist die Welt in Ordnung. Es ist die vollkommene Flucht aus dem Alltag.

Stille. kein Telefon. nicht einmal Musik. Nur drei dick ledergepolsterte Schichtholzschalen auf einem sternförmigen Metalldrehfuß, dazu die nicht minder üppige Ottomane. Wer in das geschmeidige Leder des Eames Lounge Chair sinkt, wähnt sich im (Designer-)Himmel. Hier lässt sie sich verwirklichen: Die schon 1983 von Sten Nadolny beschworene „Entdeckung der Langsamkeit“. Darin kann man sich nicht nur zurückziehen und lesen, sondern leben. Der Designklassiker ist das i-Tüpfelchen für stilvolles Entspannen. „Warum produzieren wir nicht eine zeitgemäße Version des alten englischen Clubsessels?“ Mit dieser Frage beginnt Charles Eames die mehrjährige Entwicklungsarbeit an dem Möbelstück, das ihn unsterblich machen sollte. Zusammen mit seiner Ehefrau Ray entwarf er ihn für Billy Wilder, den Regisseur von Filmklassikern wie „Manche mögen’s heiß“, „Das Mädchen Irma la Douce“ oder „Das Appartement“. Eine moderne Variante des klassischen englischen Clubsessels sollte es werden, in dem ihr langjähriger Freund Billy Wilder nachmittags und in den Drehpausen ein kurzes Nickerchen halten könnte. Er sollte zudem das warme, bequeme Aussehen eines lange gebrauchten Baseballhandschuhs haben.

Unprätentiöses Symbol für dezenten Luxus

Dutzende Tage und Nächte tüftelt das junge Paar in seinem winzigen Wohnzimmer, wie sich Sperrholz in jede beliebige Form bringen lässt. Eine Heißpresse Marke Eigenbau bringt schließlich den Durchbruch. Sie setzen drei Schalen- elemente aus geleimtem, erhitztem und gepresstem Furnier- sperrholz zu ihrem Lounge-Sessel zusammen. Den ultimativen Kick geben die zweidimensional gebogenen, mit lederbezogenen Kissen gepolsterten Rückenschalen. Handwerkliche Vollendung auf höchstem Niveau, hergestellt in fast fünfzig Arbeitsschritten. Bestechende Qualität in Material und Ausführung mit maximalem Komfort vereinigen sich zu zeitloser Langlebigkeit. Alle 160 Einzelteile sind gemäß der Philosophie der Eames mit der größtmöglichen Liebe zum Detail genau so arrangiert, dass sie ihren Zweck am besten erfüllen können.

Warum produzieren wir nicht eine zeitgemäße Version des alten englischen Clubsessels?

Charles & Ray Eames

Der Eames Lounge Chair ruht auf einem druckgegossenen Aluminiumfuß, der sich flexibel drehen lässt. Alle einzelnen Bauteile sind mit einem eigens entwickelten Befestigungssystem fest miteinander verbunden, das sich kinderleicht mit einem Schraubenschlüssel zusammen- bzw. auseinanderbauen lässt – und es trotz seiner klaren Linien und minimalistischen Formen zum komplexesten Sitzmöbel aus der Ideenschmiede der Eames’ macht.

Entstanden ist eine außergewöhnliche Design-Ikone, die ebenso im Museum of Modern Art in New York steht, wie auch ihren festen Platz in Fernsehserien wie „Dr. House“ oder „Frasier“ hat. Und sie steht als begehrtes Prestigeobjekt in geschmackvoll eingerichteten Wohnungen rund um den Globus – ein Möbel gewordenes Must-have für Stilbewusste. Der Eames Lounge Chair ist zweifellos eines der bekanntesten Symbole für dezenten Luxus und Geschmack. Ohne vergoldet, auf Hochglanz poliert oder prätentiös zu sein, strahlt er Klasse und Raffinesse aus – gemacht für Menschen, die beeindrucken, ohne aufgesetzt zu wirken.

Seit mehr als 60 Jahren produziert Vitra mit der gleichen Sorgfalt und Präzision diesen ikonischen Stuhl als einzig legitimierter Hersteller für Europa und den Mittleren Osten. Die Sperrholzschalen bezieht das Schweizer Familienunternehmen übrigens von dem Unternehmen Becker Brakel in der Nähe von Bielefeld, einem der bedeutendsten Formholzhersteller weltweit. Vitra mit Hauptsitz im Basler Vorort Birsfelden zählt zu den Trendsettern im Büromöbelbau. Nicht zuletzt die Abgeordneten des Deutschen Bundestages sitzen auf Stühlen der Schweizer. Das hauseigene Design Museum in der Charles-Eames-Straße 2 im nahen Weil am Rhein zählt zu den führenden Designmuseen weltweit. „Manchmal wird man richtig enttäuscht, wenn eine neue Idee einfach ihre Kunden nicht findet“, bekannte der Vitra-Patriarch Rolf Fehlbaum, dessen Nichte Nora seit 2013 die Geschäfte führt, in einem Interview. Unter den Produkten, die einen enormen Einfluss auf die Designentwicklung hatten, sticht für ihn der Eames Lounge Chair heraus, den er besonders liebt – und der ebenso ikonisch ist wie seine Schöpfer, wie ein Blick in die Geschichte zeigt.

Eames Fiberglas Side Chair

Unerschöpfliche Kreativität

Das Künstlerpaar Charles und Ray Eames lernt sich an der Cranbrook Academy of Art kennen, wo Ray Leiter des Industrial Design Department ist. 1943 verlegen sie ihr Studio in den 901 Washington Boulevard in Los Angeles – jene legendäre Garage, die 45 Jahre lang der Nukleus ihres Schaffens sein sollte. Ray selbst bezeichnet die industriell wirkende Halle mit ihrem Metalldach in fast schüchterner Zurückhaltung als „Laden“.

Für jene, die das Glück hatten, die Werkstatt von innen zu sehen, ist der erste Eindruck überwältigend und unvergesslich. Ein Raum mit einem unerschöpflichen Fundus an Modellen, Mustern und Materialien. An den Wänden typografische Schriftzeichen und Schriftzüge wie das berühmte „Less is more“ von Ludwig Mies van der Rohe, den Charles bewunderte.

Während des Zweiten Weltkriegs entwickeln sie Formholzschienen für die Versorgung von Knochenbrüchen bei der U.S.Navy – und sammeln en passant wertvolle Erfahrungen mit Formholz und der Massenproduktion. „Designs und Bedürfnisse mit einer eher universellen Qualität werden zur Dauerhaftigkeit tendieren“, bringt Charles Eames die Design-Philosophie des Paares auf den Punkt. Mit unerschöpflicher Kreativität erschaffen sie Filme, Spielzeuge, Case-Study-Häuser und Möbel, darunter die Plywood Group – und den Eames Lounge Chair, der unter den Namen Eames Lounge 670 und Eames Ottoman 671 der unsterblichste aller ihrer Entwürfe wird. Am 21. August 1978 endet mit dem Tod von Charles Eames die kongeniale Zusammenarbeit. Zehn Jahre später stirbt auch Ray – genau an Charles’ Todestag. Ihr Vermächtnis bleibt bis heute lebendig.

Vitra-Chefdesigner Eckart Maise über den Eames Lounge Chair:

Was verbinden Sie mit dem Eames Lounge Chair?

Mit dem Eames Lounge Chair assoziiere ich in erster Linie luxuriösen Komfort. Charles und Ray Eames referenzieren mit ihrem Design die klassischen englischen Club Chairs. Der Lounge Chair war jedoch nicht nur leichter, eleganter und moderner – er war vor allem auch visuell einladender und bequemer. Seine funktionale Perfektion, die hochwertigen Materialien und die eigene Formensprache machen den Lounge Chair und Ottoman zu einem zeitlosen Designklassiker. 

                  

Was bedeutet es für Sie, das Erbe der Eames’ zu hüten?

Unseren Gründer Willi Fehlbaum und später auch sein Sohn Rolf Fehlbaum verband eine langjährige Freundschaft mit Charles und Ray Eames, die weit über ein kommerzielles Interesse hinausging. Von Beginn an nahm der junge Rolf Fehlbaum an den meisten Treffen mit Charles und Ray teil. Anfangs als Übersetzer und später als aktiver Teil des Design-, Entwicklungs- und Produktionsprozesses. Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Eames Office und Vitra setzt sich auch heute in der dritten Generation der zwei Familien fort. Die Präsenz von Charles und Ray Eames spürt man nicht nur in ihren Möbelstücken, sondern auch in den Unternehmenswerten und Zielen von Vitra. „What would Charles say?“, ist eine Frage, die wir uns bei Vitra heute noch häufig stellen. Das Erbe der Eames’ beeinflusst unser Denken und Handeln in vielen Entscheidungen.

vitra Design Museum

Kultstätte des Designs

Schon das Hauptgebäude verkörpert pures Design. Frank Gehry erbaute es im dekonstruktivistischen Stil. Die Sammlung bietet von Möbeldesign und Leuchten über Besteck und Unterhaltungselektronik alles, was gestaltet werden kann. Jährlich gibt es zwei große Wechselausstellungen, darunter große Einzelschauen wie 2017 „An Eames Celebration“ zum Designerpaar Charles und Ray Eames. Das Vitra Schaudepot der Schweizer Stararchitekten Herzog & de Meuron zählt mit rund 400 Schlüsselobjekten zu den weltweit größten Dauerausstellungen und Forschungsstätten des modernen Möbeldesigns.

                  

Erfolgs-Baukasten

Individuelle Ansprache

Stühle müssen nicht nur produziert, sondern auch gut vermarktet werden. Das gelingt unserem Kunden Schäfer Shop mit einem modularen Katalogsystem: Auf Basis exzellenter Kundendaten wird der Hauptkatalog in unterschiedliche Module aufgeteilt. Diese Module lassen sich individuell zusammensetzen, um gezielt auf das Kaufverhalten der einzelnen Kunden einzugehen. Das jeweilige Kundensegment entscheidet dabei über den Umfang und die Kapitelfolge.

 

Die Herausforderung besteht darin, die verschiedenen Bestandteile korrekt zu verknüpfen – kein Problem für das Team von Mohn Media: Von der Datenübernahme bis zur Postauflieferung wurde ein technisch anspruchsvoller und hoch automatisierter Prozess gemeinsam mit dem Kunden entwickelt, der die komplexen Anforderungen abdeckt. Durch diese Segmentierung machen wir Printkataloge zu einem wichtigen und erfolgreichen Bestandteil des Marketings.Das nächste Ziel von Schäfer Shop ist es, komplett individuelle Bestandteile in den Katalog zu integrieren.

               

Auf Grundlage individueller Kundendaten werden verschiedene Katalogversionen generiert, die auf die einzelnen Kundengruppen zugeschnitten sind.

Insgesamt entstehen auf diese Weise rund 40 unterschiedliche Katalogfassungen mit einem individuellen Umfang zwischen 300 und 1.500 Seiten je nach Kunde. Schäfer Shop spart dadurch bei einer höheren Reichweite einen nennenswerten Betrag an Produktions- und Portokosten.

Die Erfolge sind messbar: Durch qualitativ hochwertige Kundenansprache werden höhere Aufmerksamkeit, höhere aktionsbezogene und responseverstärkte Kundenbindung sowie eine deutlich gesteigerte Reichweite erzielt.

Welcher Versender kennt das nicht? Rohstoffpreise steigen, Portokosten haben einen immer größeren Anteil an den Produktionskosten und gefühlt wird es immer schwieriger, mit Printkatalogen wirtschaftlich zu agieren. Aber ist die Reduzierung von Auflagen – zumal wenn der Markt mehr Potenzial bietet – immer der einzige Weg? Wie schafft man mehr Relevanz in der Zielgruppe und optimiert Effizienz von Ressourcen für das eigene Unternehmen?

Diese Fragen brachten uns zu dem Punkt, ein modulares Konzept für unsere Kunden zu entwickeln. Der Grundgedanke ist einfach: Nur das für den Kunden wichtige Sortiment ist Bestandteil seines Kataloges. Sortimente ohne Relevanz werden verkürzt oder nur als Teaser genutzt. Die gewonnenen Seitenanteile steckt man in kleinere Impulsmedien, um alle Adresspotenziale nutzen zu können.

So weit, so gut. Damit beginnt aber erst der Spaß. Durch die so entstehenden Cluster ist die Produktion deutlich komplizierter. Genaue Absprachen mit dem Druckpartner sind genauso unerlässlich wie die hausinterne Vorbereitung und gutes Adressdatenmanagement. Hier greifen viele Zahnräder ineinander. Aber – und das ist die gute Nachricht – unser Kunde weiß es anscheinend zu schätzen. Ein deutlich gesteigerter Response ist neben positiven Portoeffekten die Folge.

Ulrich Gursky, Werbeleiter SSI Schäfer Shop